Chor UNION überzeugt beim Muldentaler Chorwettbewerb in Sachsen

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MGV Union: Mit gregorianischen Klängen zum herausragenden Erfolg.

Wald-Michelbach/Colditz. Ein halbes Jahr intensive Vorbereitung, mehr als 500 Kilometer Anreise und ein Wochenende voller Musik, Gemeinschaft und unvergesslicher Erlebnisse: Für den Chor UNION 1873 Wald-Michelbach wurde die Teilnahme am 6. Muldentaler Chorwettbewerb zu einem der musikalischen Höhepunkte der vergangenen Jahre. Beim renommierten Wettbewerb des Sächsischen Chorverbandes ersangen die Sänger unter der Leitung von Hans-Joachim Karl das Prädikat „Mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“ und erreichten 22 von 25 möglichen Punkten.

Besonders bemerkenswert: Der Chor UNION war der einzige Männerchor unter den gleichstimmigen Chören und erzielte in dieser Kategorie die höchste Punktzahl. Auch sämtliche gemischten Chöre blieben hinter diesem Ergebnis zurück. Lediglich die zwei hochspezialisierten Pop- und Jazzensembles wurden von der Jury noch höher bewertet.

Ein gemeinsames Ziel seit der Winterpause

Bereits unmittelbar nach der Winterpause begann für den Chor die intensive Vorbereitung auf den Wettbewerb. Die Teilnahme in Sachsen war das große musikalische Ziel des ersten Halbjahres.

Neben den wöchentlichen Chorproben standen mehrere Sonderproben und ein Probenwochenende im April auf dem Programm, zu dem sich der Chor auch einen Stimmbildner einlud. Die intensive Vorbereitung motivierte die Sänger spürbar und schweißte den Chor noch enger zusammen.

Kurz vor der Abreise musste das Ensemble jedoch einige unerwartete Ausfälle verkraften. Statt der ursprünglich vorgesehenen 18 aktiven Sänger konnten schließlich nur 15 Sänger die Reise antreten. Umso bemerkenswerter war die geschlossene musikalische Leistung, die der Chor später auf der Wettbewerbsbühne präsentierte.

Auf nach Sachsen

Bereits am Freitag um die Mittagszeit machte sich die Reisegruppe mit zwei Kleinbussen und mehreren privaten Pkw auf den rund sechs Stunden langen Weg ins mittelsächsische Colditz. Begleitet wurden die Sänger auch von einigen Familienmitgliedern, die den Chor während des gesamten Wochenendes unterstützten. Ein Sänger war sogar mit seiner Familie direkt aus dem Urlaub zum Wettbewerb angereist.

Untergebracht war die Reisegruppe im benachbarten Leisnig, einer historischen Kleinstadt unweit von Colditz. Von dort aus ging es am Samstag zum Wettbewerb.

Austragungsort war die Landesmusikakademie Sachsen im Schloss Colditz. Das geschichtsträchtige Renaissance-Schloss, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, bot mit seinem modernen Kammermusiksaal und der angrenzenden Kirche einen außergewöhnlichen Rahmen für den Wettbewerb, die parallelen Konzerte und das Preisträgerkonzert. Die hervorragende Akustik und die professionelle Organisation beeindruckten alle Teilnehmer.

Während des gesamten Wochenendes herrschten außergewöhnlich hohe Temperaturen von nahezu 40 Grad Celsius. Zwischen den Auftritten suchten Sängerinnen und Sänger aller Chöre Schattenplätze oder die angenehm kühlen Innenräume der Musikakademie und des Schlosses. Trotz der Hitze war die Stimmung unter den Teilnehmern ausgezeichnet.

Hochkarätiges Teilnehmerfeld

Der Muldentaler Chorwettbewerb zählt zu den bedeutenden Chorveranstaltungen Mitteldeutschlands. Insgesamt nahmen an der sechsten Auflage neun Chöre teil. Neben dem Chor UNION Wald-Michelbach präsentierten sich

  • die Markkleeberger Vocalisten,
  • der Jugendchor des Domgymnasiums Naumburg,
  • CHORios Leipzig,
  • die Vocal Berries Dresden,
  • CHORisma Leipzig,
  • das Ensemble Musica Chemnitz,
  • das Vokalwerk Dresden sowie
  • das Vocalensemble Borinzki.

Der Chor UNION war dabei der einzige teilnehmende Chor aus Hessen und vertrat die hessische Chorszene als externer Gast - welches der Chor als besondere Ehre sah und sich über die Zusage bei der Anmeldung sehr freute.

Bewertet wurden die Chöre von einer hochkarätig besetzten Jury mit namhaften Chorfachleuten. Den Vorsitz hatte Prof. Martin Krumbiegel, Musikwissenschaftler, Dirigent und ehemaliges Mitglied des Leipziger Thomanerchores. Gemeinsam mit zwei weiteren ausgewiesenen Musikexperten bewertete er unter anderem Intonation, Chorklang, Interpretation und den künstlerischen Gesamteindruck.

Anspruchsvolles Programm überzeugt die Jury

Mit einem bewusst abwechslungsreichen Programm zeigte der Chor UNION seine musikalische Vielseitigkeit.

Vorgetragen wurden:

  • Salve Regina (Gregorianik)
  • Vere languores von Antonio Lotti
  • O lux beata Trinitas von Felix Mendelssohn Bartholdy
  • Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen von Alwin Michael Schronen nach einem Text von Rainer Maria Rilke
  • Kein Feuer, keine Kohle von Alwin Michael Schronen

Der musikalische Bogen spannte sich damit von der Gregorianik über Renaissance und Romantik bis hin zur zeitgenössischen Chorliteratur.

Mit 22 Punkten erhielt der Chor schließlich das Prädikat „Mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“. Die Freude über das hervorragende Ergebnis war bei den Sängern entsprechend groß. Schnell machten Aufnahmen des Auftritts und der Wertung auch ihre Runde und die Sänger erreichten großes Lob von den daheimgebliebenen Sängerkameraden.

Ein Jurygespräch, das in Erinnerung bleibt

Zum Konzept des Wettbewerbs gehören ausführliche Feedbackgespräche zwischen Jury und Chorleitung. Chorleiter Hans-Joachim Karl entschied sich jedoch spontan, nicht allein an diesem Gespräch teilzunehmen, sondern den gesamten Chor einzuladen. Für die Sänger wurde das zu einem der eindrucksvollsten Momente des Wochenendes.

Juryvorsitzender Prof. Martin Krumbiegel zeigte sich beeindruckt vom Wettbewerbsauftritt der Wald-Michelbacher. Besonders hob er den Mut hervor, den gregorianischen Choral „Salve Regina“ als Teil des Programms aufzuführen. Gregorianische Werke seien heute nur noch selten in Wettbewerbsprogrammen und erst recht nicht in dieser Qualität zu hören. Auch die weiteren Werke des Programms fanden große Anerkennung. Gleichzeitig gab Prof. Krumbiegel zahlreiche wertvolle Hinweise für die weitere musikalische Arbeit. Seine Anmerkungen bezogen sich insbesondere auf die Balance zwischen den einzelnen Stimmen sowie kleinere musikalische Details, mit denen sich der Vortrag künftig noch weiter verfeinern lasse. Die offene, fachlich fundierte und zugleich motivierende Art des Gesprächs beeindruckte die Sänger nachhaltig. Zum Abschluss baten sie Prof. Krumbiegel spontan um ein gemeinsames Erinnerungsfoto – einer Bitte, der er gerne nachkam.

Besondere Ehre beim Preisträgerkonzert

Ein weiterer Höhepunkt folgte am Abend beim Preisträgerkonzert. Während alle übrigen ausgezeichneten Chöre jeweils nur ein Werk erneut präsentieren durften, wurde der Chor UNION gebeten, gleich zwei Stücke aufzuführen: das gregorianische „Salve Regina“, welches sich Prof. Krumbiegel spontan nochmals wünschte, sowie „Kein Feuer, keine Kohle“ vom Komponisten Alwin Michael Schronen.

Diese besondere Einladung war eine außergewöhnliche Anerkennung der Jury für den Wettbewerbsauftritt des Männerchores und sorgte bei den Sängern für große Freude. Gerade das Stück „Salve Regina“ kam in der Kirche besonders zur Geltung. Beide Stücke erhielten großen Beifall von den anwesenden Gästen und Chören.

Ein Abend voller Gemeinschaft

Nach der Preisverleihung klang der erfolgreiche Wettbewerbstag in geselliger Runde aus. Gemeinsam mit den mitgereisten Familienangehörigen ließ der Chor den Abend in einer traditionellen Gaststätte in der historischen Altstadt von Leisnig ausklingen. Bei regionaler Küche, guten Gesprächen und natürlich zahlreichen gemeinsam angestimmten Liedern wurde noch lange gefeiert. Der Wirt war so begeistert, dass er mit Einverständnis der Sänger direkt ein Video des Gesangs auf Facebook veröffentlichte. Die ausgelassene Stimmung spiegelte die große Freude über das gemeinsam Erreichte wider und zeigte einmal mehr, dass der Chor UNION weit mehr ist als eine musikalische Gemeinschaft.

Besondere Glückwünsche

Die hervorragende Leistung blieb auch über Sachsen hinaus nicht unbemerkt. Noch am Abend des Wettbewerbs übermittelte der Präsident des Hessischen Sängerbundes, Christian Hofmann, seine persönlichen Glückwünsche an den Ersten Vorsitzenden Alexander Rudolf sowie Chorleiter Hans-Joachim Karl und gratulierte dem Chor zu dem hervorragenden Ergebnis.

Einen weiteren besonderen Moment erlebten die Sänger auf der Heimreise am Sonntag. Während der Rückfahrt erreichte Chorleiter Hans-Joachim Karl eine persönliche Gratulationsnachricht des Komponisten Alwin Michael Schronen, dessen Werke „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“ und „Kein Feuer, keine Kohle“ zum Wettbewerbsprogramm gehörten. Schronen zeigte sich erfreut über den hervorragenden Erfolg des Chores und gratulierte den Sängern sowie Chorleiter Hans-Joachim Karl herzlich zu ihrer Leistung. Die Nachricht wurde noch während der Heimfahrt im Bus vorgelesen und sorgte für große Freude unter den Sängern. Die persönliche Anerkennung des Komponisten bildete einen würdigen Abschluss eines rundum gelungenen Wettbewerbswochenendes.

Motivation für die Zukunft

Mit dem Erfolg in Colditz setzt der Chor UNION seine lange Tradition erfolgreicher Wettbewerbsteilnahmen fort. Zugleich hat das Wochenende gezeigt, dass anspruchsvolle Chormusik, intensive Vorbereitung und gelebte Gemeinschaft auch heute Menschen begeistern können.

Die Sänger kehrten am Sonntagabend nicht nur mit einer Urkunde, sondern mit zahlreichen neuen Eindrücken, musikalischen Impulsen und großer Motivation in den Odenwald zurück. Der Wettbewerb in Sachsen wird den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben – als musikalischer Erfolg, als besonderes Gemeinschaftserlebnis und als weiterer Meilenstein in der über 150-jährigen Geschichte des Chores UNION Wald-Michelbach.

Nach dem Wettbewerb ist vor dem gemeinsamen Singen

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Sängern allerdings nicht. Bereits am 11. Juli steht mit der Überwälder Traumnacht der nächste Höhepunkt im Terminkalender.

Nach dem anspruchsvollen Wettbewerbsprogramm in Colditz schlägt der Chor UNION dabei bewusst einen anderen musikalischen Weg ein. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht die Bewertung durch eine Jury, sondern die Freude am gemeinsamen Singen. Gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern möchte der Chor bekannte Lieder anstimmen, die von Chorleiter Hans-Joachim Karl instrumental begleitet werden. Jeder ist eingeladen mitzusingen – Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich.

„Gerade das gemeinsame Singen verbindet Menschen auf ganz besondere Weise. Es geht nicht um Perfektion, sondern um das gemeinsame Musikerlebnis und die Freude daran, mit vielen Stimmen bekannte Melodien erklingen zu lassen“, sagt der Zweite Vorsitzende Dr. Julius Rückert.